Gerne wird darüber spekuliert, wie die Coronakrise unsere Lebensgewohnheiten möglicherweise langfristig verändert. Welche Veränderungen werden bleiben, wenn das Virus besiegt ist? – Idealisten hoffen, dass wir durch diese „Zeitenwende“ dauerhaft vernünftiger, solidarischer, ökologischer werden. Ich habe da meine Fragezeichen…

Nachhaltig auswirken werden sich technisch bedingte Trends, die es schon vor Corona gab, die durch die Krise aber eine gewaltige Beschleunigung erfahren haben. Stichwort: Digitalisierung. Mehr Online-Shopping, digitales Lernen, Homeoffice und Videokonferenzen statt Geschäftsreisen. Diese Trends haben beileibe nicht nur Vorteile – aber zurückdrehen lassen sie sich wohl nicht.

Jetzt also auch das AEA ausschließlich digital – wenn auch nur als technisches Experiment und „Versuchsballon“.

Bei der bisherigen digitalen Variante des AEA handelte es sich nur um ein PDF des gedruckten Hefts – mit derselben Aufmachung in DIN A4, derselben Seitenzahl. – Jetzt habe ich zum ersten Mal eine rein digitale Aufmachung probiert, die nicht mehr vom Papierformat ausgeht.

Die praktischen Vorteile liegen auf der Hand: die Artikel brauchen nicht mehr in eine bestimmte Seitengröße und Seitenanzahl (durch 4 teilbar) gepresst zu werden. Bilder können beim Betrachten vergrößert werden. Links zu anderen Webinhalten sind möglich. Jederzeit kann korrigiert und ergänzt werden. – Das System ist flexibel und kostengünstig.

Denkbar ist sogar eine Art kontinuierliches AEA, im Sinn eines Blogs, wo immer mal neue Artikel eingestellt werden.

A B E R :

Wird das AEA in dieser Form genauso angenommen, genauso gern und intensiv gelesen wie in der gedruckten Form?

Mein Ziel ist es immer gewesen, dass nicht nur ein paar Fans, sondern im Idealfall jedes Mitglied das AEA liest. Es dient ja nicht nur der Information und Unterhaltung der Chormitglieder, sondern soll vor allem auch das „Wir-Gefühl“ im Chor stärken – und Gäste für den Chor interessieren.

Mitglieder ohne Internet sind ein gesondertes Problem. Ihnen kann man vielleicht provisorische Ausdrucke zur Verfügung stellen. Aber würde die Mehrheit der Chormitglieder, die Internet haben, das AEA in dieser Form dauerhaft annehmen?

Ich habe da erhebliche Zweifel. Darum erbitte ich mir Eure Rückmeldung!

Vielleicht mache ich ja bei Gelegenheit aus den vorliegenden Artikeln doch noch ein Heft.

Joachim Mädlow