Nun sind schon fast zwei Jahre vergangen, seit der letzten Vorstandswahl. Im kommenden Jahr ist die Amtszeit abgelaufen, Zeit dem Chor auch mal einen Einblick in und Rückblick auf die Arbeit des Vorstandes zu geben.

Wie alles anfing: Im März 2019 wurden wir, Claas als erster Vorsitzender, Johannes Diemer als Kassenwart, Martin Eilers als Schriftführer und ich als zweite Vorsitzende zum neuen Vorstand des Chores gewählt. Wir waren alle unerfahren, mal abgesehen von Claas und mir, die wir bereits zuvor für ca. zwei Monate kommissarisch als Kassenwart und zweite Vorsitzende, Tätigkeiten übernommen hatten. Wir teilten die Zuständigkeit der Aufgaben untereinander auf. So sind wir uns bei der Arbeit nicht in Gehege gekommen, jeder erledigt seinen Bereich. Claas als erster Vorsitzender organisiert die Sitzungen, klärt gemeinsam mit Johannes rechtliche Fragen, leitet die Gesamtgeschicke des Chores. Johannes als Kassenwart kümmert sich um die ganze Buchhaltung, Martin schreibt Protokolle und bucht Räumlichkeiten für Proben und ich kümmere mich um die Organisation und Abläufe der Konzerte.

Aber nun begann die Arbeit richtig. Wir musssten uns durch Order und Vorgänge durcharbeiten, da die vorherige Vorsitzende und der ehemalige Kassenwart dem Chor nicht mehr angehörten. Allein die Umschreibungen der Berechtigungen zum Konto bei der Post war abenteuerlich. Freitag nachmittags 14 Uhr war des Öfteren Vorstandtreff vor den Post in den Spandauer Arkaden, um dann zu erfahren: heute keine Zeit für Sie oder Ihre Anträge wurden an die Zentrale nach Hamburg versandt, sind uns dann aber auf dem Postweg verlorengegangen. Also alles noch mal neu beantragen. Nach ca. sechs Monaten hatten wir dann alle Zugriffe auf das Konto des Chores. Johannes hat die Buchhaltung seit dem fest im Griff und meistert sie super.

Das war nicht die einzige Herausforderung. Ostern war ein Konzert mit dem Amsterdamer Opernchor in der Philharmonie eingeplant, wir hatten ungefähr vier Wochen Zeit, hier die Vorstandsarbeit zu planen und uns in den Ablauf einzuarbeiten. Zum Glück hatten im Jahr zuvor schon fleißige Mitglieder eine Menge Vorarbeit geleistet, vielen Dank dafür. Das Konzert wurde dann von der Spandauer Chorvereinigung und besonders von Uli und Jake bravourös gemeistert und war ein voller Erfolg.

Kaum war dieses Event zu Ende, ging es für uns vier schon weiter. Wir trafen uns alle drei bis vier Wochen zu Sitzungen, die von Claas sehr gut vorbereitet wurden und die Martin hervorragend protokolliert hat. Alles musste besprochen, vorbereitet und beschlossen werden. Auch wurden Besprechungen mit Uli durchgeführt, alles wurde abgestimmt. Die nächsten Konzerte standen an. Außerdem hatte Martin einen Termin bei Bürgermeitser Kleebank für uns zwischendurch vereinbart, an dem sich der neue Vorstand im Rathaus vorgestellt hat. Unter dessen nahm Claas zur Direktorin des Lily- Braun-Gymnasiums Kontakt auf und es gelang ihm tatsächlich,die im Jahr zuvor entstandenen Wogen bzgl. zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten zu glätten. Wie, das bleibt sein Geheimnis.

Aber die Zeit drängte, das Chorwochenende mit Proben in der Zentral- und Landesbibliothek stand an, für unser Konzert im Konzerthaus im September und musste organisatorisch umgesetzt werden. Danach folgte das Konzert im Konzerthaus. Eine spannende Aufgabe und Herausforderung, angefangen von der Gestaltung der Verträge für das Konzerthaus, den Vogtland Philharmonikern und für jeden enzelnen Sänger. Aber auch das gelang in gemeinsamer Anstrengung, Disziplin und Motivation des gesamten Chores sowie Uli und Jake. Von der Generalprobe bis zum Konzert, dass, entgegen allen Prophezeihungen fast ausverkauft war und ein großer Erfolg für die Chorvereinigung wurde.

Danach gab es Bewegung im Vorstand. Unser Schriftführer Martin verabschiedete sich, nach hervorragender Zusammenarbeit, aus dem Chor und damit auch aus dem Vorstand, da er nach Rostock ziehen wollte. Eine Nachfolge war schnell gefunden – Martins Vorgängerin Gabi Stoffers. Nach einem halben Jahr Abstinenz war ihr klar, ohne die Droge “Vorstand” geht es nicht, sie wurde umgehend rückfällig und ein Teil unseres Kleeblattes. So war die Protokollarbeit, Dank ihrer Erfahrung, reibungslos gesichert.

Das Jahr näherte sich nun dem Ende, also begannen die Vorarbeiten für die Weihnachtskonzerte, d. h. Blindenheim, Melanchthonkirche und Nikolaikirche. Kirche buchen, Kartenpreise und -verkauf organisieren, Sänger buchen, nicht zu vergessen die Generalprobe und Räumlichkeiten zum Einsingen vor dem Konzert finden. Hier war jeder von uns fast täglich gefordert. Besonderen Dank an Johannes und Sabine Diemer, die in unendlicher Geduld von zu Hause den Kartenverkauf managten.

Aber für den Vorstand war keine Zeit auszuruhen, denn das Neujahrskonzert in der Philharmonie mit “Beethovens Neunter” stand an. Das ganze musste mit der Konzertagentur Hohenfels, die hier der Veranstalter ist, abgeklärt werden. Zur Verstärkung des Chores mussten Projektsänger aktiviert und Gastsänger von der Deutschen Oper für die Konzertagentur engagiert werden – wieder eine spanndende Aufgabe, der wir uns engagiert gestellt haben, Fazit – gelungen.

Es begann 2020, das Jahr, das für uns vieles ändern sollte. Noch ahnte keiner, was auf uns zurollte und immer noch rollt. Die Proben begannen für unser neues Projekt “Armide”, das Konzert im Konzerthaus, geplant für September 2021. Aber langsam näherte sich die Wolke, die da heißt “Corona”. Auch das Chorleben sollte davon nicht verschont bleiben. Ab Ende März hat der Vorstand entschieden, die Proben einzustellen, in der Verantwortung, die Gesundheit der Sänger*innen nicht zu gefährden, das Ansteckungsrisiko war uns zu hoch. So blieb es dann, bis sich die Möglichkeit der digitalen Probe eröffnete.

Da wir mit Claas und Johannes zwei Informatikfreaks hatten, für die dies eine Herausforderung darstellte, waren die digitalen Proben mit Uli und Jake schnell eingerichtet. Und es lief gut an. Im Sommer ergab sich dann die Möglichkeit, nach einem Tip von Joachim, in der Zitadelle die Bastion Kronplatz zu buchen und draußen zu proben, solange die Lichtverhältnisse und das Wetter dies zuließen. Endlich haben wir uns mal wieder getroffen. Durch den persönlichen Kontakt wurde das Pflänzchen “Chorleben” wieder gegossen. Aber es wurde Herbst und alles wurde wieder auf die digitale Ebene zurückgeführt. Aber ein kleiner Ausblick, wir haben fürs Frühjahr, wenn das Wetter wärmer und die Tage länger werden, schon gleich die Fühler in Richtung Zitadelle ausgestreckt.

Wir, der Vorstand, führen unsere Sitzungen übrigens unverändert regelmäßig, auch digital durch. Dies ist auch notwendig, da immer viele Kleinigkeiten zu entschieden und zu besprechen sind. Sei es seitens Klärung von Anliegen der Veranstalter, Ein- und Austritten von Mitgliedern, Ausgaben, die beschlossen werden müssen und natürlich immer wie es jetzt weitergeht. Wir bemühen uns ständig um neue, bessere technische Konzepte für die Probe, nur sind manchmal die technischen Möglichkeiten aufgrund der Gegebenheiten begrenzt.Wie es weitergeht ist auch für uns momentan eine Frage ohne Antwort, da die Dinge nicht in unserer Macht liegen.

Zum Abschluss nun noch ein paar Worte in in persönlicher Sache. Die letzten zwei Jahre waren für mich eine Bereicherung in vielerlei Hinsicht. Der Einblick in die Organisation eines großen Chores ist eine Tätigkeit, dessen Umfang ich so nicht eingeschätzt habe und ich denke, dass geht den anderen drei “Kleeblättern” ebenso. Aber die Herausforderung, das Anstehende reibungslos und miteinander zu lösen, ist uns bisher gelungen. Sicher, es ist nicht perfekt aber wir sind keine Profis, dafür aber mit viel Spaß und Engagement bei der Sache. Nicht nur die Arbeit miteinander, sondern auch die Arbeit mit Euch bringt Spaß. Einen Dank richtet sich auch ganz besonders an den erweiterten Vorstand, dessen Mitglieder alle immer hilfreich zur Seite standen und stehen, ebenso wie Uli. Und ein ganz großes Dankeschön an den gesamten Chor. Ihr wart in jeder Hinsicht eine große Unterstützung dadurch, dass ihr alles mitgetragen habt. Ihr tragt damit auch immer euren Anteil an dem Ergebnis.

Ellen Ahrendt